Eine Rollstuhlrampe für Erlangen’s ersten Unverpackt-Laden

Vonskuehnicke

Eine Rollstuhlrampe für Erlangen’s ersten Unverpackt-Laden

Am 8. August war es soweit – in Erlangen öffnete der erste Unverpackt-Laden. 

Mittlerweile gehen viele Menschen viel sensibler mit Themen wie Umweltschutz, Verpackungsmüll, Ernährung etc. um und auch die Erkenntnis, dass jeder einzelne von uns durch sein Konsumverhalten etwas verändern kann, setzt sich immer mehr durch.

Dieses zunehmende Bewusstsein und die mehrfache Ankündigung eines Unverpackt-Ladens in der regionalen Presse und den sozialen Medien haben dazu beigetragen, dass viele Menschen in der Universitätsstadt Erlangen aufmerksam die Fortschritte des Ladenumbaus verfolgten.

Sehr schön ist, dass bereits bei der Planung des Ladens daran gedacht wurde, die Räume barrierefrei und mit breiten Durchgängen für Rollstühle zu gestalten. Die beiden Geschäftsführer, Arthur Koenig und Thomas Linhardt, hätten auch gewinnorientierter planen und mehr Verkaufsregale realisieren können, aber sie taten es nicht.

Dieses Engagement für Rollstuhlfahrer ließ uns aufhorchen und wir erfuhren im Gespräch mit den beiden, dass die einzige Hürde vor der Eröffnung eine 10 cm hohe Stufe vor dem Eingang sei.

Selbstverständlich gibt es keinerlei Kunststoffverpackungen in diesem Geschäft und wir bekamen mit, dass Alternativen zu herkömmlichen Trinkhalmen, z.B. aus Glas oder Metall, ins Sortiment aufgenommen werden.

Weil uns das Thema „Trinkhalme“ sehr am Herzen liegt, beschrieben wir die Probleme, die gehandicapte Menschen mit dem Wegfall von biegsamen Knickstrohhalmen haben. Viele, die in ihrer Bewegung stark eingeschränkt sind, sind auf extralange flexible Halme mit Knick-Mundstück angewiesen, um selbstständig trinken zu können. Bei einigen Krankheitsbildern, z.B. bei Spastiken wären harte oder zerbrechliche Trinkhalme lebensgefährlich.

 

Es entstand ein sehr schönes Gespräch voll Verständnis für die Sicht des Anderen und so entwickelte sich eine sehr ungewöhnliche Idee:

Der Unverpackt-Laden ZeroHero bietet unsere DGM-Trinkhalmhalter samt extralangen Trinkhalmen für Betroffene in seinem Geschäft an und wir als bayerischer Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. stellen eine kleine Rollstuhlrampe zur Verfügung.

 

Alles klappte wunderbar und pünktlich zur Geschäftseröffnung konnten mehrere Rollstuhlfahrer dieses verpackungsfreie Einkaufserlebnis genießen.

– Sabine Kühnicke-Dippold –

Über den Autor

skuehnicke administrator